Bojan va a Chile

Saturday, October 21, 2006

Río Clarillo

Ein Samstag. Schönes Wetter, frische Luft und die Aussicht auf ein erfrischendes Bad im reißenden Gebirgsbach lockten uns in den etwa 45km südöstlich von Santiago gelegenen Nationalpark. Um 7:30h ging die Reise mit Metro und Linienbus los.
Dort angekommen konnten wir 30°C und herrlichen Sonnenschein sowie die langen Trekking-Pfade mit den grandiosen Aussichtspunkten genießen.
Die Wege waren gut erschlossen und ausgeschildert, aber als abtenteuerlustige Gruppe juckt es einem irgendwann in Fuß und Finger und so haben wir uns das ein oder andere Hindernis gesucht...Da kam es ganz gelegen, dass mitten durch das idyllische Tal ein reißender Gletscherbach fließt. Gut, es gibt keinen Gletscher, aber das Wasser, das aus den Bergen kommt ist trotzdem schön erfrischend. Wir brauchten also nicht lange überlegen und gaben die Suche nach einer Brücke auf: Mir kam es so vor, als hätten sich meine Freunde die tiefste Stelle zur Überquerung ausgesucht, aber in dem Moment unterschätzte ich die Strömung und Kälte und stimmte dem Wagnis zu: Ich hatte ja eine Badehose dabei.
Nun gab es kein zurück mehr, wir hatten kein Schlauchbot dabei und so fühlte ich mich wie ein Gnu in den blutrünstigen Tierfilmen. Schutzlos ausgeliefert. Das Wasser schmerzte erst in den Waden, stieg weiter an und kühlte nun auch die Oberschenkel auf angenehme 10°C ab. Durch die Strömung wurde jeder Schritt zur Herausforderung und so mussten wir eine Kette bilden. Maurits, der als letzter das Wasser betrat, ahmte uns, die ein paar Meter vom Ufer entfernt waren, nach und warf seine Wanderschuhe von der anderen Seite herüber. Leider sehr unkontrolliert, so dass einer im tiefsten Dornenbusch landete. Seeeehr amüsant, so vergaßen wir kurzer Hand die Kälte, verbrachten aber danach eine halbe Stunde mit der Schuh-Rettungsaktion.

Insgesamt waren wir etwa 12 Stunden unterwegs, haben ausgedehnte Pausen gemacht und dann zur Nachmittagszeit ein freiwilliges Bad genommen. Das wollten wir uns nicht nehmen lassen, schließlich beginnt hier langsam die Sommerzeit. Nun ja, meine Kamera ist immernoch nicht in Ordnung, daher greife ich auf fremde Fotos zurück und bin daher auch mal vor der Kamera zu sehen.


(Ein Klick auf die Slideshow öffnet das Album mit Bildern in höherer Auflösung)

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