La Serena
Ereignisreich, das beschreibt mein Wochenende, ohne am Anfang zu viel zu verraten. Montag und Dienstag waren die "Fiestas Partias" - die Nationalfeiertage, die in Chile ungefähr so einen Stellenwert haben wie der Independenance Day in Amerika. Gefeiert wurde also allerorts, aber Denisse, Roberto und ich beschlossen die Zeit zu nutzen und in "La Serena" die chilenische Szene unsicher zu machen. Doch auch tagsüber sollte die Zeit genutzt werden, um die Umgebung zu erkunden.Da am Anfang der Woche bereits
alles Bus-Tickets ausverkauft waren, waren wir mit dem kleinen Jeep von Roberto unterwegs. Letztendlich war das eine ideale Fügung, da wir so die umliegende Wüstenlandschaft bestaunen konnten. Wüstenlandschaft bedeuet nicht gleich Wanderdünen und Kamele, sondern eher kein-Regen-Garantie ;-) und mehr Steine und Sträucher als üppige Vegetation.Unser erster Ausflug führte uns nach Vicuña, einer kleinen verschlafenen Stadt im Landesinneren, und dann weiter vorbei an einem riesige Stausee ins Valle de Elqui, einem Tal, das einer Oase gleicht und in dem aufgrund der hohen Anzahl von Sonnenstunden die Trauben für "Pisco" angebaut werden. Pisco ist der Schnaps der Chilenen und, was erstaunlich ist, mit dem Schnaps aus dem Valle de Elqui wird ganz Chile versorgt. So konnten wir uns es auch nicht nehmen lassen, eine Pisqueria mal von innen anzuschauen und haben an
einer Führung teilgenommen, an die eine Degustation folgte. Das glich jedoch keinem kollektiven Besäufnis, sondern eher einer Schluckimpfung im Kindergarten. Dabei spiele ich nicht nur auf die kleine Menge an, sondern auch auf die Gesichter, nachdem der erste Tropfen Mund und Rachen berührt. Wie die Kinder auf den Gummibären danach, haben wir uns auf den Pisco Sour gefreut, der mit Limone, Zucker und Eiklar zubereitet wird, hört sich komisch an, schmeckt aber hervorragend.Durch klare Luft und komplette Dunkelheit bot sich uns auf dem Rückweg ein wahres Stern-Spektakel, ich habe an Euch gedacht und ein Foto gemacht:

Abgekämpft von dem langen Ausflug und sehr hungrig, haben wir uns mit Komillitonen
getroffen und in einer großen Touristenfalle am Strand mit übler Live-Musik durchschnittliches Essen "genossen". Dass die Nacht nicht so schnell zu Ende sein würde, war klar und so stürtzten wir uns ins Taxi und fuhren an die Hafenpromenade nach Coquimbo, die etwa 5 Min. entfernt war und feierten dort in einer der zahlreichen Discos zu Reggeatón und anderen Latino-Rythmen. Da musste ich meine Schrittreihenfolge umstellen und die Bewegung der Arme geschickt anpassen, ans Mitsingen habe ich gar nicht erst gedacht. So war ich dann froh, als zum Ende noch ein paar bekannte Lieder durch den Äther strömten.
Am Sonntag waren wir auf einer Pampilla, einer Art Volksfest, das mit vielen kleinen Restaurants und Buden auf den Konsum von Fleisch, Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und Alkohol ausgerichtet war. Wir waren im Restaurant "Los Gordos" (Die Dicken) essen und spielten auf einem altertümlichen Kickertisch ein paar Runden Tischfußball. Montag ging es dann ins Valle Encanto, da meine Kamera am
Ende der Reise ihren Geist aufgegeben hat, konnte ich die Fotos noch nicht runterladen. Ich mache mich daher an meine Bücher und melde mich mit Fotos und einer Fortsetzung des Berichts...







