Bojan va a Chile

Wednesday, September 20, 2006

La Serena

Ereignisreich, das beschreibt mein Wochenende, ohne am Anfang zu viel zu verraten. Montag und Dienstag waren die "Fiestas Partias" - die Nationalfeiertage, die in Chile ungefähr so einen Stellenwert haben wie der Independenance Day in Amerika. Gefeiert wurde also allerorts, aber Denisse, Roberto und ich beschlossen die Zeit zu nutzen und in "La Serena" die chilenische Szene unsicher zu machen. Doch auch tagsüber sollte die Zeit genutzt werden, um die Umgebung zu erkunden.
Da am Anfang der Woche bereits alles Bus-Tickets ausverkauft waren, waren wir mit dem kleinen Jeep von Roberto unterwegs. Letztendlich war das eine ideale Fügung, da wir so die umliegende Wüstenlandschaft bestaunen konnten. Wüstenlandschaft bedeuet nicht gleich Wanderdünen und Kamele, sondern eher kein-Regen-Garantie ;-) und mehr Steine und Sträucher als üppige Vegetation.
Unser erster Ausflug führte uns nach Vicuña, einer kleinen verschlafenen Stadt im Landesinneren, und dann weiter vorbei an einem riesige Stausee ins Valle de Elqui, einem Tal, das einer Oase gleicht und in dem aufgrund der hohen Anzahl von Sonnenstunden die Trauben für "Pisco" angebaut werden. Pisco ist der Schnaps der Chilenen und, was erstaunlich ist, mit dem Schnaps aus dem Valle de Elqui wird ganz Chile versorgt. So konnten wir uns es auch nicht nehmen lassen, eine Pisqueria mal von innen anzuschauen und haben an einer Führung teilgenommen, an die eine Degustation folgte. Das glich jedoch keinem kollektiven Besäufnis, sondern eher einer Schluckimpfung im Kindergarten. Dabei spiele ich nicht nur auf die kleine Menge an, sondern auch auf die Gesichter, nachdem der erste Tropfen Mund und Rachen berührt. Wie die Kinder auf den Gummibären danach, haben wir uns auf den Pisco Sour gefreut, der mit Limone, Zucker und Eiklar zubereitet wird, hört sich komisch an, schmeckt aber hervorragend.
Durch klare Luft und komplette Dunkelheit bot sich uns auf dem Rückweg ein wahres Stern-Spektakel, ich habe an Euch gedacht und ein Foto gemacht:


Abgekämpft von dem langen Ausflug und sehr hungrig, haben wir uns mit Komillitonen getroffen und in einer großen Touristenfalle am Strand mit übler Live-Musik durchschnittliches Essen "genossen". Dass die Nacht nicht so schnell zu Ende sein würde, war klar und so stürtzten wir uns ins Taxi und fuhren an die Hafenpromenade nach Coquimbo, die etwa 5 Min. entfernt war und feierten dort in einer der zahlreichen Discos zu Reggeatón und anderen Latino-Rythmen. Da musste ich meine Schrittreihenfolge umstellen und die Bewegung der Arme geschickt anpassen, ans Mitsingen habe ich gar nicht erst gedacht. So war ich dann froh, als zum Ende noch ein paar bekannte Lieder durch den Äther strömten.

Am Sonntag waren wir auf einer Pampilla, einer Art Volksfest, das mit vielen kleinen Restaurants und Buden auf den Konsum von Fleisch, Empanadas (gefüllte Teigtaschen) und Alkohol ausgerichtet war. Wir waren im Restaurant "Los Gordos" (Die Dicken) essen und spielten auf einem altertümlichen Kickertisch ein paar Runden Tischfußball. Montag ging es dann ins Valle Encanto, da meine Kamera am Ende der Reise ihren Geist aufgegeben hat, konnte ich die Fotos noch nicht runterladen. Ich mache mich daher an meine Bücher und melde mich mit Fotos und einer Fortsetzung des Berichts...

Friday, September 15, 2006

Ich melde mich ab..

..gestern habe ich mal wieder eine Klausur geschrieben und hatte daher bisher keine Zeit meinen Blog zu aktualisieren. Auch heute ist die Zeit knapp, denn ich werde die Nationalfeiertage (Montag und Dienstag) nutzen, um nach La Serena zu fahren. 5 Stunden nördlich von Santiago liegt die kleine Stadt in einer wunderschönen Umgebung, die ich mit Denisse und Roberto erkunden werde. Meine Kamera ist mein ständiger Begleiter und so werde ich hoffentlich eindrucksvolle Bilder machen. Ihr hört dann wahrscheinlich erst Donnerstag wieder von mir, da es Mittwoch gleich mit einem vollen Studientag losgeht..

Viele Grüße
Bojan

Wednesday, September 06, 2006

Eine Prüfung muss gefeiert werden

Mit hohem Puls, feuchten Hände und übermüdet vom langen lernen, habe ich am Mittwoch die erste Klausur über Vorlesungsinhalte bestritten. Es war das erste Mal, dass ich mich auf meine Mitschrift und das Skript des Professors verlassen musste und keine ausformulierten Texte über "Recursos Humanos" konsultieren konnte. Es galt eine Fallstudie zu bearbeiten, die 3 seitige Beschreibung hat mich schon gut beschäftigt, so wurde es zum Ende der Zeit schon etwas knapp. Ob es nun was geworden ist, oder nicht...es bot sich an im "Background" zu feiern. Doch zuerst traf ich mich mit Chandra (Canada) und Roberto (Chile) bei Denisse (Australien) in der Wohnung. Roberto erklärte uns ersteinmal den Unterschied zwischen Tequilla und Tequila... Das war gar nicht nötig, am nächsten morgen hätte man es eh gewusst: Tequilla ist ein billiger Verschnitt. Nach dem kleinen Sit-In ging es dann ins Background in dem die Party "Miercoles Po" stattfand. Das ist eine Partyreihe für "Gringos", jeden Mittwoch Party in einer anderen Bar oder Disco. Nach einer gelungenen Party konnte ich dann noch einen schönen Blick aus meiner Wohnung genießen, sehr idyllisch...

Sunday, September 03, 2006

Esquiar "El Colorado"

Ich würde mich als abhängig, verrückt, süchtig oder auch fanatisch bezeichnen. Es geht nicht um Alkohol oder Schokolade, sondern Skifahren. Wie wäre es sonst zu erklären, dass ich am Sonntag wieder Skifahren gewesen bin? Nach der Schlechtwettererfahrung am letzten Wochenende haben lediglich zwei Argumente gereicht, um mich zu überzeugen: Neuschnee und Sonne. Und dann war es auch schon um mich geschehen. Diesmal habe ich die Reise mit Moritz auf mich genommen, das Ziel war "El Colorado".
Die Pistenverhältnisse waren gut, optimale Sicht und so konnten wir ans Limit gehen. Das Blut kochte bei einem Adrenalingehalt von etwa 99%, die Schussfahrten waren teilweise stilfrei, erzeugten aber ein Geschwindigkeitsrausch der feinsten Sorte. Herrlich. In der zweiten Hälfte des Tages haben wir uns auch in den Fun Park gewagt, spektakuläre Bilder und Videos sind entstanden, hier erstmal eine Auswahl, mehr folgt, wenn ich die von Moritz habe.

Friday, September 01, 2006

Carrete de Johann

Wonach hört sich das an:
10°C, 10 l/m² Regen, 10 Min. Fußweg zur Metro und 10 dm² Plastiktüte als Schutz für den Kopf
- einem entspannten Donnerstag-Abend?

Vielleicht, wenn man denn zuhause bleibt. Ich jedoch bin dem Ruf Johanns gefolgt und bin mit Mathilde und Juanma auf eine WG-Party in der Innenstadt gefahren. Uns erwartete leider keine Wohnung mit Heizung, sondern eine wilde Meute in Jacken. Geplatzt war der Traum an diesem Abend Jacke, Hose oder Schuhe mit mehr als der eigenen Körperwärme zu trocknen. Darauf erstmal ein Bier.
Die Wohnung, die sich über zwei Stockwerke erstreckte, füllte sich mit fortschreitender Stunde und auch Ansley, Pia und Victor waren unter den Neuankömmlingen.
Auch wenn es immer wieder nett ist, neue Leute kennen zu lernen, freut man sich Bekannte zu treffen und nicht die immer-gleichen Fragen beantworten zu müssen (Woher, Was, Wo, Warum...). Es ergaben sich also wieder sehr nette Konversationen und lustige Situationen, die ich auf Bildern festgehalten habe.


Vorsicht, nicht erschrecken, ich war beim Frisör. Mit meinem Spanisch hatte ich nur einen beschränkten Einfluss auf das Ergebnis. Für 7,50€ kann man aber nicht meckern.