Bojan va a Chile

Thursday, August 31, 2006

Whats up in Santiago?

Mittwoch war große Aufregung angesagt. Prüfung in Recursos Humanos, diesmal das erste Mal, dass eine Kontrolle länger als 20 Minuten dauert. Ganze 80 Minuten sollte ich mir auf Spanisch Gedanken machen und die Stifte leer schreiben. Ich habe es versucht, 5 von 7 Fragen beantwortet und mich danach, unabhängig vom Ergebnis, doch sehr erleichtert gefühlt. Das Niveau der geforderten Transferleistungen war nicht hoch, jedoch steht mein Spanisch dem erfolgreichen Abschneiden im Weg.

Besserung ist aber in Sicht, denn ich habe heute mit einem Spanisch-Kurs begonnen, bei dem ich die nächsten Monate etwa zweimal in der Woche Einzelunterricht haben werde. Effektiver (wenn auch vielleicht nicht günstiger) wäre sicherlich eine chilenische Freundin, aber einen Spanischlehrer habe ich irgendwie schneller gefunden, komisch.

Tuesday, August 29, 2006

Aktualisierung

Hola Muchachos,

ich habe ein paar Korrekturen an der Sidebar vorgenommen und die Kommentar-Funktion erweitert. Ihr müsst nun nicht mehr registriert sein, um Kommentare zu schreiben...

Hola! He cambiado la función para escribir comentarios, si quieres puedes dar tu opinión, aunque no seas un usuario registrado y no entiendas nada de lo que mis posts dicen...

Abrazos
Bojan

Saturday, August 26, 2006

Valle Nevado II

Nach kurzer Nacht und einer schnellen Dusche, ging es am Samstag mit Till und Hernan um 7:15h zu einem weiteren Skitag nach Valle Nevado. Auf meiner Straße war noch kein Mensch unterwegs und so war ich mir sicher: "Wir werden die ersten auf dem Berg sein!"
Wir waren nicht nur die ersten, sondern lange Zeit auch die einzigen, denn das Wetter war kühl und sehr wechselhaft und lockte an diesem Tag nicht sehr viele Skibegeisterte an.
Somit hatten wir die Pisten für uns und auch am Lift mussten wir kaum anstehen.
Die Skier hatten wir diesmal schon in Santiago (etwas günstiger) ausgeliehen. Leider kam ich mit den Salomon-Skiern nicht ganz so gut zurecht, da sie auf dem harten Schnee nicht griffig genug waren. Jedoch sind wir wieder Non-Stop die Pisten runtergerauscht und haben den kühlen Wind genossen. Auf 3670m war der aber schon richtig agressiv, so dass ich die Kamera diesmal nur kurz rausgeholt habe.

Da zum Nachmittag die Wolken immer dichter und die Sicht immer schlechter wurde, haben wir einen Gang runtergeschaltet und dann auch mal eine Pause gemacht. Jedoch haben wir uns von dem Wetter nicht runterkriegen lassen, sind elegant um die Schneeverwehungen rumgekurvt. Unsere Kräfte ließen letztendlich aber doch nach, so dass wir dann etwas früher Schluss gemacht haben. So blieb noch Zeit für einen Kaffee bei Starbucks und dann später ein Bier bei Till.
Wiedermal ein gelungener Skitag, jedoch merkt man, dass die Saison weiter fortschreitet, wenn es nicht noch einmal kälter wird und vielleicht nochmal Schnee gibt... naja, das Meer ist dann auch nicht weit weg.

Friday, August 25, 2006

Bernis Cumpleaños

Die Superlative, die mir einfallen, vermögen es nicht auszudrücken, was am Freitag Abend in Lo Barnechea los war. Ich versuche daher ein wenig zu umschreiben: Bernardita, eine Kommilitonin aus einem Kurs an der Uni, hat zur Kostüm-Party in den noblen Vorort geladen. So habe ich mich verkleidet als der "Scream-Mörder" auf den Weg gemacht...


Eingeladen waren Freunde und vielleicht auch Bekannte? Es waren auf jeden Fall seeeehr viele.
Wo bringt man 300 verkleidete Leute unter, die zu lauter Musik tanzen wollen? Disco, Sportverein oder vielleicht im Stadtpark? Ist doch alles langweilig, wenn man auch zu sich nach Hause einladen kann. Das stattliche Anwesen hätte sicherlich auch eine Party im Wohnzimmer zugelassen, getanzt wurde aber im beheizten Zelt, das kunstvoll auf der Einfahrt errichtet wurde. Somit konnte bei Freibier und kleinen Snacks ausgelassen gefeiert werden. Die Chilenen unterscheiden sich von den Deutschen in zweierlei Hinsicht: Zum einen verkleiden sie sich bei einer Kostümparty tatsächlich und zum anderen tanzen sie auch, wenn Musik gespielt wird. Die Stimmung war also dementsprechend gut.

Da ich am Samstag mich schon zu Skifahren verabredet hatte, bin ich so spät wie möglich, aber so früh wie nötig, nach Hause gefahren. Um 4Uhr lag ich endlich im Bett.

Saturday, August 19, 2006

Valle Nevado

An diesem Samstag war es endlich soweit. Skifahren in den Anden! Am Donnerstag habe ich bei einem Treffen von Chile-Inside, die mir das Appartement vermittelt haben, Till kennen gelernt, der hier in Santiago lebt und mir anbot mit nach Valle Nevado zu kommen. Ich brauchte nicht lange überlegen und war aufgrund großer Vorfreude den kommenden Tag handlungsunfähig. Am Samstag um 7Uhr wandelte sich diese Vorfreude in echte Aufregung, denn ich saß im Auto auf dem Weg ins Skigebiet.
Valle Nevado ist etwa 1,5 Stunden von Santiago enfernt, wobei man für die Serpentinen mit den nummerierten Kurven (etwa 50) 1 Stunde braucht. In Gedanken sah ich mich schon mit grünem Gesicht und Schwindelgefühlen im Auto sitzen, aber dieses Kindheitstrauma wiederholte sich, Gott sei Dank, nicht.

So kamen wir, Hernan aus Santiago und seine locos alemanes: Tine, Grischa, Bojan und Till (v.l.n.r.) um 9Uhr an der Talstation an, liehen Skier und kauften Tickets, was insgesamt nicht viel günstiger war als in Europa, und machten uns auf die Bretter. Das Wetter war super, wolkenlos und später bis zu gefühlten 15°C. Der Schnee war durchgehend trocken und pulvrig, wenn auch etwas älter, und in Verbindung mit leeren Pisten und gutem Equipment, ließ das atemberaubende Abfahrten mit höchsten Geschwindigkeit zu. Das Grinsen war spätestens jetzt ein fester Bestandteil des Gesichtes und ließ trotz dünner Luft auf 3670m nicht nach.

Das Skigebiet ist insgesamt relativ groß, wenn auch nicht vergleichbar mit den europäischen und bot ein paar "schwarze" Pisten. Die Liftanlagen beförderten uns sicher die Berge hinauf und so verausgabten wir uns bis um 16:30Uhr. Apres-Ski oder andere österreichische Spezilitäten suchte man vergebens, aber mit wackligen Beinen und dem guten Gefühl sich sportlich betätigt zu haben, konnte man da leicht drüber hinwegsehen. Zur Stärkung wurde dann in der ersten Pause des Tages die "Combo nr. 3" verschlungen: "Hamburguesa, Papas fritas y Cerveza" für etwa 11€. Die Preise des Ski-Zirkus richten sich an den Einkommen der Touristen und der reichen Chilenen aus.

Gesättigt und totalmente satisfecho traten wir um 18Uhr die Rückfahrt an. Ein herrlicher Skitag ging zu Ende und wurde gekrönt von einem herrlichen Sonnenuntergang, den wir auf der "Abfahrt" durch die Serpentinen genießen konnten.
Das hört sich stark nach einer Wiederholung an, die Liftanlagen laufen bis in den frühen Oktober. Generell ist das Wetter in Santiago allerdings jetzt schon frühlingshaft. Nachts kühlt es sich noch auf 2-3°C ab, aber jetzt wo der Regen der letzten Wochen gewichen ist und tagsüber die Sonne scheint, wird es bis zu 20°C warm. Das Projekt Ski und Meer an einem Tag scheint nicht unrealistisch.

Monday, August 14, 2006

Ein langes Wochenende...

...sollte man zum Reisen nutzen. Der Dienstag ist ein religiöser Feiertag in Chile und somit für die Studenten ein langes Wochenende. Die Dozenten haben in weiser Voraussicht für Montag keine Vorlseung angesetzt, was viele meiner Kommilitonen für einen kleinen Ausflug nutzen.

Ich hingegen hockte wie ein Langweiler mit einer Erkältung zu Hause. Die einzigen Aktivitäten an diesem Wochenende waren etwas trinken gehen am Freitag und Shopping am Sonntag. Shopping in zweierlei Hinsicht: Kleidung im Winterschlussverkauf und die alltäglichen Einkäufe, die hier nicht minder spannend sind: Kartoffeln, die farblich holländischen Gentomaten ähneln und nirgendwo Milch im Kühlregal. Ich habe in dem kleinen Laden mehrere Kilometer zurückgelegt und verbringe pro Einkauf mehr Zeit im Supermarkt als eine Frau bei Zara und H&M im ganzen Jahr. Ich kaufe aber auch mehr. Ich wurde mit meinen Tüten (etwa 10) ganz schön blöd angeguckt, erst recht als ich in den vollen Bus einsteigen wollte.

Ansonsten ist wirklich nicht viel passiert. Ich muss für meine Kurse sehr viel lesen, was bei den Texten auf Englisch kein Problem ist. Leider ist der Großteil auf Spanisch und so habe ich das Gefühl mehr im Wörterbuch zu blättern. Deprimierend und zeitraubend zugleich, keine schöne Mischung. Ich verrate nicht, wie viele Seiten ich heute geschafft habe, sonst könntet ihr ganz leicht hochrechnen und wüsstet, dass ich keine Chance hätte die Tests am Mittwoch zu bestehen...Ich gebe aber nicht auf und mache mich deshalb wieder an die Arbeit. Hasta pronto!


Ich habe hier jetzt eine feste Adresse und eine Telefonnummer, fragt bei Bedarf per mail nach, ich werde die hier nicht online posten ;-)

Wednesday, August 09, 2006

Mi departamento

Entscheidungen fallen mir generell nicht leicht und dadurch war es für mich besonders schwer eine adäquate Unterkunft für die nächsten 5 Monate zu finden. Am letzten Freitag war es dann aber endlich soweit, ich bin umgezogen.

Ich kenne mittlerweile viele Wohnungen in Santiago, jede hatte Vor- und Nachteile, letzlich hat mich die Wohnung von Yuri und Begoña überzeugt. Yuri ist Professor und Begoña arbeitet in einem Gefängnis (Ich habe aber trotzdem eigene Schlüssel). Beide sind Chilenen, vielleicht Anfang 40 und "muy amable". Die Wohnung ist nett eingerichtet, hat eine Heizung, was in diesen Tagen sehr wichtig ist und ist in einem sicheren Viertel, allerdings an einer großen Hauptstraße gelegen. Ich brauche von hier aus zu Fuß etwa 10 Min. zur Metro, Supermercados und Restaurants. Mein Weg zum Campus dauert etwa 35 Min. und ist damit etwas länger als ich es mir wünschen würde, aber ich wollte endlich aus dem Patio Suizo ausziehen und günstiger wohnen. Nun zahle ich monatlich 130.000 Pesos inkl. Nebenkosten (auch Internet), was etwa 190€ entspricht...ich bin zufrieden ;-)

Sunday, August 06, 2006

Cerro San Christóbal und La Casa de Pablo Neruda

Wie die Alster zu Hamburg, so gehören die Berge zu Santiago. Nördlich vom Zentrum erstreckt sich ein kleiner Berg, der zu Fuß oder mit einer kleinen Bahn zu erklimmen ist. Vom Gipfel des "Cerro San Cristóbal" hat man einen herrlichen Blick über Santiago und die Anden, wenn Smog und Wolken, die von Aussehen und Dichte kaum voneinander zu unterscheiden sind, nicht die Sicht versperren. Juanma, Ansley, Derek, Moritz und ich haben am Samstag den Weg von der Metro-Station bis zur Talstation auf uns genommen. Danach verließ uns aufgrund der fortgeschrittenen Tageszeit die Lust auf den langen Marsch, denn wir wollten noch bei Tageslicht den Blick über Santiago genießen. Und es hat sich gelohnt. Uns bot sich ein herrlicher Blick auf die schneebedeckten Anden. Es kribbelt schon in den Beinen, ich hoffe, dass ich am nächsten Wochenende mal zum Skifahren komme. Leider sind wir den Rückweg ein wenig zu früh angetreten, der Himmel färbte sich rot als die Sonne etwa 20Min. hinter den Bergen verschwunden war. Das Rot war intensiver als das der Piemont-Kirsche.

Am Sonntag war ich dann mit Juanma aus Ecuador (hier rechts auf dem Cerro San Critóbal) und Mathilde einer Kommilitonin aus Frankreich im Haus Pablo Nerudas, der hier in Santiago ein hübsches Anwesen besaß. Ausstaffiert mit vielen Sammlerstücken des Schriftstellers bietet das Haus mit zwei Bars, einem Esszimmer mit Geheimtür und schönen Wohnzimmern viel zum staunen. Pablo Neruda war dem Meer sehr verbunden und so finden sich neben niedrigen Decken, schiefen Dielen-Böden viele Kleinigkeiten aus der Seefahrt.
Leider ging die Führung so schnell, dass ich nicht überall stehenbleiben konnte, um Fotos zu machen. Das Haus auf der Isla Negra ist jedoch noch sehenswerter, ihr könnt also im Sommer (in meinem) auf kuriose Bilder freuen...

Friday, August 04, 2006

Viernes

Heute morgen habe ich mich in der Católica im Casa Central für einen Kurs über die Cultura Chilena eingeschrieben. Dabei geht es um die Geschichte, Wirtschaft, Politik, Literatur und vieles mehr.

Es flossen zwar keine Tränen, aber trotzdem war heute mein letzter offizieller Tag in der Sprachenschule. Es folgen noch ein paar Privatstunden, um auf die erforderliche Gesamtstundenzahl zu kommen (Hamburger Bildungsurlaub). Hendrik verlangt mehr Bilder mit den "Chicas", here they are. Wir waren heute in der Mittagspause mit anderen Kursteilnehmer(innen) aus Brasilien in einem kleinen Restaurant essen. 2000 Pesos (knapp 3€) für ein Mittagstisch mit Hauptgericht, Nachtisch und Getränk. Das Foto ist im Anschluss mit meinem Handy entstanden...


Mein Umzug steht kurz bevor, ich habe also endlich etwas gefunden. News folgen pronto!

Wednesday, August 02, 2006

Die ersten Vorlesungen

Mit den ersten Vorlesungen kam erste große Überraschung:

Fundamentos des Dirección de empresas

30 motivierte chilenische Studenten und 4 Ausländer versammeln sich im Hörsaal, etwas größer als normale Klassenräume und terrassenartig im Halbkreis angelegt. Die Vorlesung beginnt, das Spanisch ist schnell und undeutlich, jedoch kann man sich den Sinn erschließen. Es geht um ein Projekt, das während des Semesters bearbeitet werden soll. Es fallen Wörter wie Línea de Pobreza, Microempresas und voluntario profesional - Die Augen werden immer größer und die Ausländer schauen sich ängstlich an, als dann das Wort Reunion und la semana que viene in einem Satz fällt, ist der letzte Funken Hoffnung verloren, dass man doch etwas falsch verstanden hat.

Wir werden in 3er-Gruppen kleine Firmen begleiten, beraten, helfen und erhalten Einblick in Führung und Steuerung der Prozesse. Die Besitzer leben am Existenzminimum und sprechen Spanisch. Ich wusste in dem Moment nicht, was mich mehr beunruhigte.
Die Profesorin bemerkte, dass unser Selbstbewusstsein unter der dem lebensnotwendigen Minimum lag und fragte: "Son extranjerros?"...diese Frage brauchte nicht beantwortet zu werden...Nach kurzem Wortwechsel ergriff eine Studentin das Wort und unsere Argumente für einen Wechsel des Kurses wurden kurzerhand entkräftet: Die Gruppen werden geteilt, zwei Chilenen arbeiten mit einem "Extranjerro". Unsere Mienen hellten sich auf, so viel Hilfsbereitschaft hätte man nicht erwartet, fließt die Bewertung der Projektarbeit doch schließlich in die Note mit ein.

Der nächste Kurs Admision de Cursos Humanos war reine Entspannung gegenüber dem schweißtreibenden Vorgänger. Der Professor ist Chilene, spricht deutlich, allerdings mit einem kleinen Unterschied: Bitte stellt Euch einen Inder vor, der Spanisch spricht.... Ich war auch sehr belustigt.

Mir steht also ein spannendes Semester bevor, mit vielen experiencias ;-)